04.07.2008, 15:14
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Smartphones: Derzeit kaum Virengefahr
Zitat:
Kommerzielle Sicherheitsexperten geben Entwarnung für Smartphone-Benutzer: Für sie besteht derzeit kaum eine Gefahr, dass ihr Gerät von Schadsoftware infiziert wird.
Laut des aktuellen Malware-Halbjahresberichts 2008 des G Data Security Labs ist mit 318 000 neuen Schadcodes seit Jahresbeginn zwar eine "Malware-Flut biblischen Ausmaßes im Internet" zu beobachten. Für Smartphones sei mit gerade mal 41 neuen Schädlingen in sechs Monaten das Gefahrenpotenzial dagegen als verschwindend gering einzustufen. Die prognostizierte Gefahr für sie habe sich als "Marketing-Luftblase" herausgestellt.
Bei den meisten neu aufgetauchten Smartphone-Viren handele es sich nach den G-Data-Analysen um so genannte Proof-of-Concepts - Technologie-Piloten aus Entwicklungslabors. Größtenteils fehlende Business-Modelle, die relativ geringe Reichweite von Bluetooth sowie die Vielzahl der Betriebssysteme machten Smartphones für Online-Kriminelle als Ziele weiterhin unattraktiv, schlussfolgern die Experten. In 30 Monaten seit 2006 seien insgesamt gerade mal 145 Smartphone-Viren gefunden worden.
1500 neue Schädlinge pro Tag für Windows PC
Nutzer von Windows PCs müssen sich dagegen weiterhin gut vor Hackerangriffen schützen. Dem G-Data-Bericht zufolge brechen auf sie täglich 1500 neue Schädlinge herein. Mit den 318 000 Malware-Kreationen registrierte der Bochumer Sicherheitsspezialist in den ersten sechs Monaten 2008 bereits mehr Schadcode als im gesamten bisherigen Rekordjahr 2007. Bei einer gleichbleibend hohen Zuwachsrate würde dies bis Ende dieses Jahres einen Anstieg um nahezu 500 Prozent bedeuten.
Die Mehrzahl der neuen Schädlinge seien auf den Diebstahl von Anwenderdaten spezialisiert, wie zum Beispiel die Zugangsdaten für Onlinebanking, Kreditkarten-Informationen oder auch Zugangsdaten zu Onlinespielen.
Durch Backdoors, die Hintertüren installieren, gelänge es den Angreifern immer öfter, die komplette Kontrolle über einen Rechner zu übernehmen und weiteren Schadcode einzupflegen, beziehungsweise den PC als Zombie in Botnetze einzubinden. Daher sei es nicht verwunderlich, dass diese Schadcode-Typen die Top Five der Malware-Charts mit 75 027 Neuzugängen anführten.
Olympische Spiele: Großereignisse als Aufhänger
In den kommenden Wochen und Monaten rechnet G Data mit einer weiteren Zunahme von Schadcode. Anstehende Großveranstaltungen wie beispielsweise die Olympischen Spiele in Peking könnten die Situation weiter verschärfen. "Online-Kriminelle nutzen globale Events als Aufhänger, um ihrerseits verstärkt auf Datenjagd zu gehen und Kasse zu machen. Mit einem erhöhten Ausstoß an Phishing-Mails ist daher ebenfalls zu rechnen", heißt es abschließend in dem Bericht.
Joachim Scheible
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Quelle: connect.de
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