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Alt 23.01.2008, 15:06   #1 (Permalink)
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Standard Nokia-Chef verteidigt Schließung

Zitat:
„Der Beschluss zu Bochum steht“

Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo hat die Entscheidung seines Konzerns, das Nokia-Werk in Bochum zu schließen, verteidigt. Der Beschluss werde nicht rückgängig gemacht, erklärt er in einem Exklusivgespräch mit dem Handelsblatt. Er räumt allerdings ein: „Das wird nicht billig werden.“

Handelsblatt: Herr Kallasvuo, wollten Sie Ihren Bochumer Mitarbeitern noch ein geruhsames Weihnachtsfest gönnen, oder warum haben Sie die Schließung des Bochumer Werks erst vergangene Woche bekanntgegeben?

Kallasvuo: Es ist immer schwierig mit dem Zeitpunkt. Wir wussten das auch nicht lange zuvor. Wir haben gelernt, dass es tatsächlich besser ist, solch eine schmerzvolle Entscheidung nach Weihnachten bekanntzugeben.

Politiker und Vertreter der IG Metall haben gestern mit Ihnen über mögliche Alternativen zu einer Schließung des Bochumer Handywerks gesprochen. Gibt es Alternativen? Gibt es für Sie einen Plan B?

Wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht. Ich glaube aber, dass sie richtig ist. Wir müssen jetzt diskutieren, wie wir sie umsetzen. Unser Ziel ist es weiterhin, das Werk bis Mitte des Jahres zu schließen, und wir wollen eine für alle akzeptable und faire Lösung finden.

Haben Sie schon eine Vorstellung über die Kosten der Werksschließung?

Nein, das wissen wir noch nicht. Aber so viel kann ich sagen: Billig wird es nicht. Das haben wir aber mit eingeplant.

Wie begründen Sie den Schließungsbeschluss?

Es gibt insgesamt drei Gründe, die zu unserer Entscheidung geführt haben: Die gesamten Kosten in Bochum im Verhältnis zu dem Output dort stimmen nicht mehr. Wir produzieren in Bochum etwa sechs Prozent aller unserer Handys. Dagegen steht aber Bochum für rund 23 Prozent unserer gesamten direkten Lohnkosten in den Fabriken. Der zweite Grund ist die veränderte Nachfrage: Wir müssen heute viel mehr und sehr unterschiedliche Modelle und Varianten gleichzeitig produzieren. Das bedeutet, dass der Arbeitskostenanteil steigen wird. Außerdem sind die Maschinen in Bochum mittlerweile alt und hätten erneuert werden müssen. Ja, und drittens haben wir versucht, unsere Zulieferer nach Bochum zu bekommen. Aber sie wollten nicht.

Sie haben das ernsthaft versucht?

Ja, das haben wir. Denn eigentlich wären wir lieber dort geblieben, wenn es irgendwie möglich gewesen wäre. Es ist für uns überaus wichtig, alle Zulieferer in unserer Nähe zu haben.

Weitere Standorte in Gefahr?

Werden wir in Westeuropa die Abwanderung von Unternehmen künftig noch häufiger sehen?

Ja, in den Branchen, in denen viel Montagearbeit notwendig ist, werden wir das häufiger sehen. Aber eines sollte man nicht vergessen: Unsere Handyentwicklungsabteilung liegt in Ulm. Und mit ihr sind wir sehr zufrieden.

Was antworten Sie deutschen Politikern, die direkt oder indirekt zum Boykott von Nokia aufrufen?

Ich verstehe viele Reaktionen. Sowohl die Reaktionen von den Betroffenen, den Verbrauchern und den Politikern. Diese Entscheidung ist einfach schmerzhaft für alle Beteiligten. Das respektieren wir.

... auch die Boykottaufrufe?

Ich respektiere das, möchte dazu aber auch sagen, dass es kein einziges „Made in Germany“-Handy gibt. Gleichzeitig sind wir die Einzigen, die eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung für Handys in Deutschland betreiben. In Ulm.

Das heißt, dieser Standort ist nicht in Gefahr?

Nein, wir sind mit unserer Abteilung dort sehr zufrieden.

Wie wichtig sind für Nokia Subventionen?

Wie wichtig sind für Nokia Subventionen?

Als wir damals das Werk in Bochum von einer Fabrik für Fernsehgeräte in ein Werk für Handys umgebaut haben, waren die Subventionen schon wichtig. Wir haben rund 600 Mill. Euro in Bochum seit 1994 investiert. Ohne Subventionen wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen. Aber damals waren wir auch noch ein kleineres Unternehmen. Heute sind wir in einer anderen Situation.

Es gibt Vorwürfe, Sie hätten die an die Subventionen geknüpften Auflagen einer Beschäftigungsgarantie nicht erfüllt?

Das stimmt nicht. Wir haben hier alles geprüft und haben die Auflagen mehr als nur auf den Punkt erfüllt.

Viele Menschen sind verärgert nicht nur wegen der Schließung von Bochum, sondern wegen der Art, wie der Stilllegungsbeschluss vermittelt wurde. Für viele Mitarbeiter war das eine vollkommene Überraschung. Wie sehen Sie das?

Wir haben es nicht so gemacht, wie man es sich von uns hätte erwarten dürfen.

Haben Sie die Konsequenzen Ihres Beschlusses schlicht und einfach unterschätzt?

Ich glaube, wir waren von der Reaktion überrascht. Wir wollten das nicht so. Nein, ich muss sagen, wir hätten das viel besser machen müssen.

Davon haben aber die Mitarbeiter in Bochum nichts?

Wir wollen zeigen, dass wir Verantwortung tragen. Und wir suchen für Bochum nach innovativen Lösungen zusammen mit allen Betroffenen. Mehr kann ich aber nicht sagen.
Quelle: [Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar.]
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Alt 01.02.2008, 00:43   #2 (Permalink)
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Standard Harte Zeiten für Nokia! Subventionsrückzahlung + 12 Mrd Patentklage

Als wenn der Rummel um die Werksschließung in Bochum nicht schon genug am Ruf der finnischen Firma gekratzt hat, könnten nun weitere Niederschläge auf Nokia abfallen!

In der Essener Tageszeitung WAZ wurde berichtet, dass Nokia seinen Verpflichtungen für die Subventionen nicht nachgekommen ist und zu wenig Stellen geschaffen hat, als vereinbart. Der Zeitung zufolge seien in den letzten Jahren (2002, 2003, 2004) jeweils über 300 Arbeitsplätze zu wenig geschaffen worden.
Dies könnten nun dazu führen, dass Nokia einen Teil der zugeteilten Subventionen zurückzahlen muss. Genau das soll derzeit von der Wirtschaftsministerin NRW, Thoben, geprüft werden.

Als wenn das nicht alles wäre, droht Nokia zudem ein Patentstreit mit IP-Com! Die Rechteverwertungsgesellschaft IP-Com besitzt die Rechte an 8 (bisher nicht bekannt gegebenen) Patent-Familien, die von Nokia unlizensiert benutzt werden.
Die umstrittenen Patente sind schon länger ein Thema zwischen IP-Com und Nokia. Allerdings wirft Nokia die Behauptungen mit der Begründung auf ungültige Patente zurück.

Nun ist die Gesellschaft IP-Com "mit der Geduld am Ende" und somit wurde Nokia aufgefordert zu zahlen.
Sollte dies nicht der Fall sein, droht Nokia ein Verfahren in Höhe von 12 Milliarden Euro!

IP-COm hat mit dem Private-Equity-Fonds Fortress einen starken Partner. Diese verwalten 40Milliarden Euro und halten zudem 50% der Anteile von IP-Com

Laut einigen Berichten sollen die Patente für Nokia so bedeutend sein, dass dies bei einer Niederlage für einen Verkaufsstopp in mehreren Ländern zur Folge hätte! Die Auswirkungen kann man sich an 5 Fingern abzählen.

Merkwürdig ist, dass die Patentklage jetzt, kurz nach Bekanntgabe der Schließung in Bochum, eingereicht wurde. Man könnte spekulieren, dass dies der letzte Tropfen war, der das Glas zum überlaufen brachte, um "Nokia einen auszuwischen". Die in München ansässige Gesellschaft IP-Com erhebt die Klage in Deutschland, beim Landgericht Mannheim. Evtl. könnte auch das Mitgefühl eines deutschen Richters zur Schließung in Bochum zum Urteil der Patentklage beitragen...

Bleibt es nun abzuwarten, was unsere Wirtschaftsministerin zu den nicht geschaffenen Arbeitsplätzen erreichen wird und, ob Nokia tatsächlich Patente verletzt hat.


Ein hartes Stück, falls Nokia die volle Breitseite bekommen sollte...

[ExiTuS]

Geändert von herkules4 (01.02.2008 um 01:09 Uhr)
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Alt 05.02.2008, 00:35   #3 (Permalink)
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Standard AW: Nokia-Chef verteidigt Schließung

Hier mal ein Video

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nokiachef, verteidigt, schliessung


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