15.01.2008, 15:14
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Nokia schließt Werk in Bochum und setzt 2.300 Arbeiter auf die Straße
Zitat:
Die Nachricht erreichte tausende Bochumer am Frühstückstisch: Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia ließ heute Morgen per Pressemitteilung verkünden, dass das Werk im Ruhrgebiet geschlossen werden soll. Die Produktion soll "in andere wettbewerbsfähigere Standorte in Europa" verlagert werden. Rund 2.300 Arbeitsplätze stehen damit auf der Kippe.
Deutsche Produktion eingestellt
Nokia plant, die Schließung schon Mitte des Jahres umzusetzen. Neben dem Werk sollen auch andere Geschäftsbereiche in Bochum, die nicht der Produktion dienen, den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Gleichzeitig gab Nokia bekannt, sein Programm für Fahrzeugtechnik "Line Fit Automotive Business" verkaufen zu wollen. Zudem befände man bereits in Verhandlungen mit Sasken Technologies: Das Unternehmen zeige sich an einer Übernahme der ebenfalls in Bochum befindlichen "Research- and Development"-Einheit bereit. Damit hat das Unternehmen seine gesamte Produktion aus Deutschland abgezogen.
"Die Schließung ist ein notwendiger Schritt"
In einer kurzen Mitteilung begründet der Handyhersteller seinen Entschluss. "Die geplanten Schließungen in Bochum sind ein notwendiger Schritt, um Nokias Wettbewerbsfähigkeit längerfristig zu sichern", sagte Aufsichtsratvorsitzender Veli Sundbäck. "Aufgrund der veränderten Marktlage und der notwendig gewordenen Kostenersparnis ist die Produktion von Mobiltelefonen für Nokia in Deutschland nicht länger praktikabel." Die Anforderungen an einer globalen Kosteneffizienz und flexibles Wachstum der Kapazitäten würden das Unternehmen hierzulande blockieren. "Deshalb mussten wir diese schwere Entscheidung treffen", so Sundbäck weiter.
Erste Reaktion: "Ein schwarzer Tag für NRW"
Für viele Arbeiter im Ruhrgebiet ist dies der zweite schwere Schlag. Erst im vergangenen Jahr hatte die Pleite der Handy-Sparte von BenQ für Massenentlassungen gesorgt. Knapp 2.000 Jobs wurden damals im Ruhrgebiet gestrichen, deutschlandweit waren es 3.000. Mittlerweile gibt es auch erste Reaktionen aus der Politik. Hannelore Kraft, die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion in NRW, spricht von einem schwarzen Tag für das Land: "Vor allem für die 2.300 direkt bei Nokia betroffenen Mitarbeiter und Ihre Familien sowie die vielen Beschäftigten in den Zulieferunternehmen ist es ein schwerer Schlag. Sie sind trotz ihrer hervorragenden Arbeit und ihres Einsatzes die Opfer einer globalen Unternehmensstrategie, auf die sie keinen Einfluss haben. Dieser Rückschlag macht deutlich, wie zerbrechlich die wirtschaftliche Erholung in NRW ist", erklärte Kraft in einer öffentlichen Stellungnahme.
André Vatter
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Quelle: onlinekosten.de
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