19.04.2008, 15:14
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Nach Marathonsitzung: freenet soll debitel kaufen
Zitat:
Entschieden ist noch nichts und doch scheint es so, als ob United Internet als großer Verlierer aus dem Übernahmepoker rund um die Hamburger freenet AG hervor gehen würde. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet unterstützt der freenet-Aufsichtsrat den Plan, das Mobilfunk-Unternehmen debitel zu kaufen. In den nächsten Tagen sollen dem Vernehmen nach die Verträge unterschrieben werden.
Noch kein Ergebnis
Der Aufsichtsrat habe nach "Focus"-Informationen am Freitagabend sieben Stunden getagt. Zwar sei eine endgültige Entscheidung nicht getroffen worden, freenet-Vorstandschef Eckhard Spoerr sei aber aufgefordert worden, den Milliardendeal zu Ende zu verhandeln – und zwar möglichst schnell. Alle Vereinbarungen sollen mit debitel-Eigner Permira und den beteiligten Banken in den nächsten Tagen unterschrieben werden.
Freenet würde durch den debitel-Kauf zu einem Schwergewicht auf dem deutschen Mobilfunkmarkt mutieren. Zu den eigenen 5,7 Millionen Kunden würden die 13,2 Millionen debitel-Kunden kommen, die freenet mit einem Schlag zum drittgrößten Mobilfunkanbieter hinter T-Mobile und Vodafone wachsen lassen würden.
Allerdings wird die Übernahme in keinem Fall ein günstiges Vergnügen. Insgesamt muss freenet 1,6 Milliarden Euro aufbringen, um debitel übernehmen zu können. In dieser Summe eingerechnet sind 1,1 Milliarden Euro Schulden, die debitel aufgehäuft hat. Sechs Banken seien an der Finanzierung der Summe beteiligt, über die Konditionen der Kredite sei bereits Einigkeit erzielt worden.
Permira wiederum soll 200 Millionen Euro in bar von freenet erhalten und darüber hinaus mit knapp 25 Prozent an freenet beteiligt werden. Zu diesem Zweck wird freenet eine Kapitalerhöhung durchführen und rund 32 Millionen neue Aktien ausgeben, schreibt der "Focus" weiter. Permira würde damit zum größten Anteilseigner bei freenet aufsteigen.
Wer kauft das DSL-Geschäft?
Und was wird aus United Internet? Der Konzern um Unternehmenschef Ralph Dommermuth wollte freenet eigentlich selber übernehmen – gemeinsam mit dem Mobilfunkprovider Drillisch. Diese Pläne drohen nun zu scheitern. Ein aggressiver, öffentlicher Briefwechsel zwischen Dommermuth und Spoerr während der letzten Tage scheint die Wogen alles andere als geglättet zu haben. Unklar ist, ob United Internet auch allein das DSL-Geschäft von freenet übernehmen kann. Es soll mit seinen etwa 1,3 Millionen Kunden für 400 bis 600 Millionen Euro verkauft werden, um einen Teil des debitel-Übernahmepreises finanzieren zu können.
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Quelle: onlinekosten.de
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