In 25 Jahren ist der Mensch gläsern und von einer "digitalen Aura" umgeben. Das ist eine der 35 Thesen, die das Karlsruher Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) in ihrer Delphi-Studie zu den Informations- und Kommunikationstechniken der Zukunft aufstellte und auf ihre Zukunftstauglichkeit bewerten ließ.
Das Forschungsteam hat dazu über 400 Experten nach ihrer Meinung zu 35 Zukunftsthesen befragt. Während die Befragten viele technische Probleme etwa bei Spracherkennungssoftware für lösbar halten, sehen sie Hindernisse unter anderem beim Datenschutz. Zum Beispiel bei der These, wonach jeder Mensch in einem Vierteljahrhundert von einer "digitalen Aura" umgeben sein wird, die ständig im Hintergrund Daten mit anderen Personen austauscht.
Ein weiteres Beispiel für die Kommuniaktion der Zukunft ist die weltweite Ad-hoc-Vernetzung. Darunter wird die spontane, drahtlose Verbindung von in Alltagsge- genständen integrierten Computerkomponenten verstanden. Fast alle der befragten Experten halten ihre Realisierung für wahrscheinlich. Als möglichen Zeitpunkt geben sie im Durchschnitt das Jahr 2017 an.
Des Weiteren wird die Konvergenz unterschiedlicher Geräte und Dienste Realität. So soll der Fernseher SMS empfangen können und der Videoanruf auf dem PC ebenso normal sein wie Voice over IP über Mobilfunk oder WLAN. Auch das halten mehr als 90 Prozent für realistisch, die Umsetzung in den nächsten fünf bis zehn Jahren vorstellbar.
Obwohl sich technische und andere Hemmnisse in Grenzen halten würden, seien es vor allem die wirtschaftlichen Interessen der verschiedenen Anbieter, die der Entwicklung auf diesem Bereich derzeit noch entgegenwirken.
Der Delphi-Report ist im Rahmen von FAZIT entstanden, dem "Forschungsprojekt für aktuelle und zukunftsorientierte IT- und Medientechnologien und deren Nutz- ung in Baden Württemberg". Projektträger ist die MFG Stiftung Baden Württemberg, Partner ist unter anderen das Fraunhofer ISI.
Das Fraunhofer ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik neuer Märkte und die Innovationspolitik.
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