Die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien Viviane Reding will die Terminierungsentgelte der Mobilfunkbetreiber für Anrufe in ihre jeweiligen Netze begrenzen. Das berichtet die Financial Times Deutschland.
Im Schnitt betragen die Terminierungsentgelte zur Zeit 9,67 Cent pro Minute. Das ist für Reding deutlich zu hoch und rechtfertige die tatsächlichen Kosten nicht. Die EU-Kommissarin strebt langfristig Terminierungsentgelte von einem Cent bis 1,5 Cent pro Minute an. Der FTD sagte Reding, es sei Sache der nationalen Behörden, das zu regeln. Sollten bis zum Sommer keine brauchbaren Vorschläge gemacht werden, müsse sie aber selbst eingreifen.
Letzten Sommer hatte die EU-Kommission bereits die Roaming-Kosten für Gespräche innerhalb der EU reguliert. Die Gesprächskosten im EU-Ausland dürfen seitdem nicht mehr als 49 Cent netto pro Minute für abgehende Gespräche und 24 Cent netto für angenommene Telefonate betragen. Auch für die SMS-Preise aus dem Ausland und mobiles Daten-Roaming fordert Reding Preisgrenzen. Kurznachrichten innerhalb der EU sollen nicht mehr als zwölf Cent kosten, für ein MByte Daten sollen nicht mehr als 35 Cent bezahlt werden.
Die Terminierungsentgelte innerhalb Europas sind laut der EU-Kommission je nach Land sehr unterschiedlich. In Zypern sollen die Gebühren für die Anrufzustellung in die jeweiligen Netze 1,9 Cent pro Minute betragen, in Estland sollen es 22,4 Cent pro Minute sein. In Deutschland wurden die Terminierungsentgelte um ungefähr zehn Prozent reduziert. Die großen Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone dürfen 7,92 Cent verlangen, E-Plus und O2 8,8 Cent.
Mark Stichler
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