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Freenet: 2007 mehr Kunden bei DSL und Mobilfunk
Zitat:
Eckhard Spoerr, Vorstandsvorsitzender der freenet AG mit 3.838 Mitarbeitern, könnte sich halbwegs zufrieden zurücklehnen. Die Bilanzzahlen für das Jahr 2007 sind im Großen und Ganzen positiv ausgefallen. Dennoch wird eifrig an der weiteren Zukunftsstrategie gebastelt. Das DSL-Geschäft soll verkauft werden.
Kundenwachstum
Freenet konnte in den vier strategisch wichtigsten Geschäftsbereichen Mobilfunk, Breitband, Internetportale und im Webhosting die Kundenzahlen steigern. Ende 2007 zählte Freenet insgesamt rund 11,69 Millionen Kunden, 6,48 Millionen davon waren mit Verträgen längerfristig an das Büdelsdorfer Unternehmen gebunden. Wegen Kundenverlusten im sehr profitablen Schmalbandbereich sank die Gesamtkundenzahl 2007 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2006 um rund eine Million. Damit verbunden sind auch die Konzernumsätze 2007 von 2,05 Milliarden Euro auf 1,86 Milliarden Euro gesunken (-9,3 Prozent). Freenet betont, dass der Umsatzrückgang auch auf eine Änderung in der Berechnung von Kosten für Kundengewinnungsmaßnahmen zurückzuführen sei. Dies erschwere eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen. Der Konzerngewinn reduzierte sich 2007 auf 16,5 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es 257 Millionen Euro.
Gewinn vor Steuern konnte gesteigert werden
Die erwarteten Prognosen konnte Freenet 2007 erfüllen. So erhöhte sich das EBITDA, der Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, um 71,9 Prozent von 147 Millionen Euro in 2006 auf 252,8 Millionen Euro im Jahr 2007. Der Gewinn vor Steuern wuchs um 39,2 Prozent auf 163,7 Millionen Euro. Freenet merkt hierzu an, dass das Gewinnwachstum trotz erheblicher Mehraufwendungen für Marketing und Strategieplanungen erzielt werden konnte. Auf dem derzeit von einer Konsolidierungswelle gekennzeichneten Breitbandmarkt kann Freenet nicht mit eigenen Zukäufen mithalten. Die Kriegskasse ist leer: Die liquiden Mittel des Unternehmens wurden durch Dividendenauszahlungen von 576 Millionen Euro im Sommer 2007 auf ein Minus von 38 Millionen Euro reduziert.
Marktanteile konnten gehalten werden
Die Zahl der Mobilfunkkunden konnte um zwölf Prozent oder 600.000 Kunden auf 5,7 Millionen gesteigert werden. Dabei trugen etwa je zur Hälfte die Vertragskunden mit 2,99 Millionen und die Prepaidkunden mit 2,71 Millionen zum Umsatz von 1,18 Milliarden Euro im größten Bereich des Freenet Konzerns bei. Etwa 280.000 DSL-Kunden konnten 2007 neu für schnelle Internetzugänge gewonnen werden. Mit insgesamt 1,28 Millionen DSL-Kunden hält Freenet damit einen Marktanteil von rund sieben Prozent am DSL-Markt. Der zum Verkauf stehende DSL-Sektor, die zweitgrößte Erlösquelle des Unternehmens, könnte sich also für Kaufinteressent Versatel durchaus lohnen. Nach Angaben von Freenet hätten 2007 noch weitaus mehr Kunden gewonnen werden können. Doch bedingt durch den Auftragsstau bei der Telekom mussten zehntausende Kundenanträge wegen großer zeitlicher Verzögerungen bei der Auftragsbearbeitung wieder storniert werden. Dennoch ergab sich in der Breitbandsparte ein Umsatzwachstum um 39,6 Prozent auf 272,3 Millionen Euro, das ist ein Plus von 77,2 Millionen Euro. Im Portalgeschäft mit E-Commerce und Bezahldiensten konnte Freenet 56,7 Millionen Euro Umsatz generieren, ein Rückgang um rund 6,8 Millionen Euro. Mit den unter anderem rund 3,5 Millionen Domains im Hostingbereich wurden dagegen 79,4 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, das sind 15,1 Prozent mehr als im Vorjahr.
Schmalbandsektor verliert an Bedeutung
Der Abwärtstrend im Call-by-Call und Preselection-Bereich setzte sich auch 2007 fort. Die Kunden wechseln zunehmend zu den attraktiven DSL- und Mobilfunkangeboten. Die Umsätze wurden nahezu halbiert: Konnten 2006 hier noch 281,7 Millionen Euro Umsatz erzielt werden, so betrug dieser Ende 2007 nur noch 149,3 Millionen Euro. Freenet selber rechnet mit einem weiteren Rückgang der Ertragszahlen für diesen Geschäftsbereich.
Jörg Schamberg
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Quelle: onlinekosten.de
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