Handy: iPhone 3G 16GB black / Samsung U900 Soul /Samsung i900 Omnia 8GB Black, Nokia 1650
Netzbetreiber: O² (GK)/ T-Mobile
Tarif(e): Genion S (GK)/Complete M + MultiCard
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callmobile: Ein lachendes und ein weinendes Auge
Zitat:
Start weiterer Discounter ist Chance und Risiko zugleich
Bei einem Hintergrundgespräch erläuterte Timo Voswinckel, Chef von callmobile, jetzt seine Strategie für den Mobilfunk-Discounter. So erwartet er weiterhin ein rasantes Wachstum im "no-frills"-Bereich: Derzeit seien etwa sieben Prozent aller SIM-Karten über einen Mobilfunkdiscounter geschaltet. Mittelfristig schätzten Marktforscher die Chancen der "Billigheimer" auf einen Anteil von 21 Prozent.
Dem eigenen Konzept, einen möglichst einfachen Tarif anzubieten, stehe aber inzwischen eine unübersehbare Vielfalt an Discountern gegenüber, die viele Kunden verwirren würde. Dennoch sieht Voswinckel den Markteintritt von Lidl/Fonic und BILDmobil gelassen: Diese neuen Anbieter würden mit ihrer großen Medienpräsenz und dem hohen Werbedruck ganz allgemein den Impuls "Wechseln Sie" aussenden. Einige der so vom alten Vertrag "losgerissenen" Kunden würden dann auch ihren Weg zu callmobile finden.
Daneben sind nach Aussage von Voswinckel Kundenempfehlungen eine der wichtigsten Quellen für Neukunden. Dazu sei es wichtig, Kunden von Anfang an zufrieden zu stellen. Aber auch die Tatsache, dass Kunden jederzeit zu einem anderen Anbieter wechseln könnten, verbiete es, sie beim Service hängen zu lassen. Unternehmen mit zweijähriger Vertragslaufzeit könnten sich hier eher schon mal einen Lapsus erlauben. Als Qualitätsmerkmal empfindet Voswinckel übrigens bereits die Hotline über eine 01805-Rufnummer, im Gegensatz zur noch teureren 0900-Sonderrufnummern einiger
callmobile-Chef Timo Voswinckel Konkurrenten.
callmobile-Chef
Timo Voswinckel
Voswinckel: Kunden loben Preise, Netz und Portierung
Dennoch werde die Hotline bei callmobile deutlich seltener in Anspruch genommen als bei anderen Providern üblich. Auch ließen sich die Probleme im Durchschnitt schneller lösen. Andere anwesende Journalisten lobten in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Selbstbedienungsmöglichkeiten im Internet, insbesondere zur Sperrung von teuren Roaming-Telefonaten oder Anrufen zu 0900-Nummern: "Das hätte man so gar nicht erwartet."
Kunden, die zu callmobile kämen, würden neben der Empfehlung durch Freunde und Bekannte vor allem drei weitere Gründe für ihre Entscheidung nennen: Die Preise, das Netz (T-Mobile) und die Möglichkeit, die Rufnummer mitbringen zu können. Letzteres Angebot nutze ein nicht unerheblicher Teil der Kundschaft. Etwa die Hälfte der Kunden von callmobile habe übrigens vorher einen Laufzeitvertrag verwendet. Ca. 90 Prozent der callmobile-Kunden kündigten den alten Vertrag oder legten die bisherige SIM-Karte nach dem Wechsel zumindest still.
Insgesamt empfindet es Voswinckel als erstaunlich, mit welch geringem Aufwand callmobile einen eigenen Mobilfunkanbieter betreiben könne. Abseits des Supports arbeitet im Unternehmen ein Kernteam von gerade mal einem Dutzend Mitarbeitern. Mit der Hotline im eigenen Haus sind es derzeit etwa 30 Mitarbeiter. Zu Bedenken ist dabei sicherlich aber auch, dass Voswinckel sein Unternehmen als Tochtergesellschaft in einem größeren Unternehmensverbund führt: callmobile gehört zu 100 Prozent zu Talkline, die wiederum zur Jahresmitte von debitel übernommen wurden.
Neues Preisniveau: In der Zwickmühle / Datenoptionen
Voswinckel sieht die neue Konkurrenz insbesondere durch BILDmobil aber auch kritisch. Dies ist der erste Discounter, der Anrufe für 10 Cent pro Minute in einem D-Netz anbietet. Zum noch günstigeren Crash 5 von debitel äußerte er, dass er nicht einschätzen könne, ob man damit überhaupt Gewinn machen könne. Das "natürliche" Preisniveau liegt für ihn auf Höhe des Interconnect bei etwa 10 Cent pro Minute. Die Crash-Plattform sieht Voswinckel vor allem als innovative Vertriebsplattform, über die übrigens auch der callmobile-Tarif (dort unter dem Namen Crash 4) verkauft wird.
Um sich gegenüber der 10-Cent-Konkurrenz, insbesondere BILDmobil, besser zu positionieren, möchte Voswinckel generell die 4 Cent für Community-Gespräche stärker in den Blickpunkt der Kunden setzen. Ihm liegt aber auch daran, preislich den einen oder anderen Schritt zu machen. Hier würden aber die derzeitigen Einkaufskonditionen von T-Mobile keine großen Sprünge zulassen, man befinde sich aber diesbezüglich in Verhandlungen. Bisher habe sich T-Mobile als guter Partner erwiesen, der zum Beispiel auch seinen eigenen Discounter congstar so positioniert habe, dass er nicht direkt mit callmobile konkurriere.
Einen Tarif "10 Cent Fremdnetze, 4 Cent Community" hält Voswinckel aber derzeit nicht für umsetzbar. Folglich liegt ihm in der jetzigen Situation daran, an anderer Stelle einen Punkt zu setzen, etwa bei den Datenkonditionen.
Für die anstehende Festsetzung der Mobilfunk-Terminierungsentgelte erwartet der callmobile-Chef, dass die Bundesnetzagentur die derzeitigen Preise um 10 bis maximal 20 Prozent absenken wird. Den Antrag von o2 auf 19,63 Cent bezeichnete er als unverständlich, schließlich würde o2 mit Fonic einen Endkundenpreis von unter 10 Cent werben: "Die Richtung [nach unten] ist doch vorgegeben."
Daten im Takt
Für Nutzer datenintensiver Anwendungen wie zum Beispiel den Abruf größerer E-Mails hält Voswinckel den aktuellen Tarif für fair und überschaubar: "Das Abrufen von E-Mails dauert ein, maximal zwei Minuten, entsprechend 9 oder 18 Cent". Für andere Nutzer sei das aktuelle Modell jedoch sehr ungünstig, beispielsweise bei Navigationslösungen, die regelmäßig kleine Pakete senden. Über eine zweistündige Fahrt könnten sich da erhebliche Kosten summieren.
Grundsätzlich sei beim aktuellen Tarif vorgesehen, dass nur solche Minuten berechnet werden, in denen auch Daten fließen. Dabei würden auch kleine "Kontrollpings", die nur prüfen, ob die andere Seite noch erreichbar ist, mitgezählt und entsprechend Kosten verursachen. Die Empfehlung von callmobile lautet daher, unbenötigte Datenverbindungen auf jeden Fall umgehend zu trennen. callmobile könne an dem aktuellen Problem trotz eigenem Billing-System nichts ändern, denn man erhalte bei Datenverbindungen von T-Mobile nur Angaben über die Dauer, aber keine weiteren Details.
Ein Modell, bei dem T-Mobile nur solche Minuten abrechnet, bei denen der Datentraffic ein gewisses Minimum übersteigt, hält Voswinckel für hilfreich. Ebenso sei aber auch wahlweise ein Datentarif mit Volumenabrechnung denkbar. Die aktuelle Situation bei den Datentarifen sei auch dem Protektionismus geschuldet, mit dem die Netzbetreiber verhindern wollten, dass sie Umsätze mit den sehr lukrativen SMS verlieren, indem diese durch viel günstigeres Instant Messaging ersetzt werden. Auch die vielen Einschränkungen beim Datentarif von BILDmobil seien vor diesem Hintergrund zu sehen.
Neue Vertriebskanäle
callmobile kann sich vorstellen, dass seine Produkte künftig auch in debitel- oder Talkline-Shops verkauft werden. Hier erhofft Voswinckel sich den Zugang über die Eigentümerstruktur, denn callmobile gehört zu 100 Prozent zu Talkline, die wiederum von debitel übernommen wurden. Am Tresen würde callmobile sicher nicht stark beworben, aber als "letzte Lösung" verkauft werden, bevor der Händler einen Kunden, der einen Billigtarif will, ganz wegschickt. Die Differenzierung würde über die Provision erfolgen, die für die Discounter-SIM deutlich geringer liegen würde.
Problematisch sei an dieser Idee, dass Sonderaktionen im Internet, insbesondere Startersets zum vergünstigten Preis, dann nicht oder nur noch eingeschränkt durchgeführt werden könnten. Am "Point of Sale" seien dauernd wechselnde Startpreise nicht durchführbar und Sonderaktionen nur im Internet könnten zu Verärgerungen bei den Kunden führen, die das Produkt vor kurzem im Mobilfunk-Shop erworben haben.
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