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Alt 14.09.2007, 15:15   #1 (Permalink)
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Standard Navigationsgeräte: Vom Wegansager zum Universal-Helfer

Zitat:
Alle sechs Monate eine neue Geräte-Generation


Gerade erst gekauft und schon veraltet. So kommt es nicht wenigen Käufern vor, die noch vor Jahresfrist einen elektronischen Wegweiser fürs Auto gekauft haben. Etwa alle sechs Monate kommt eine neue Navi-Generation auf den Markt. Mittlerweile zeigen die Geräte mit GPS-Empfang die Position metergenau, und das auch in engen Straßenschluchten. In wenigen Sekunden berechnen sie die kürzeste oder schnellste Route. Jetzt versuchen die Navi-Hersteller, ihre Kunden mit Extras zu begeistern.

Unabhängig von den elektronischen Zugaben: Knackpunkt der Geräte ist das enthaltene Kartenmaterial. "Jedes Jahr ändert sich ein Zehntel des Straßennetzes", sagt Harold Goddijn, Geschäftsführer des Herstellers TomTom. Das heißt nicht, dass neue Straßen in diesem Umfang gebaut werden. Aber: Für die Berechnung der optimalen Route ist auch wichtig, ob sich die Verkehrsführung geändert hat, ob Ampeln aufgestellt wurden oder ob die Behörden auf einzelnen Wegen die erlaubte Höchstgeschwindigkeit angepasst haben.

Neuer Kartensatz fast so teuer wie ein neues Navi-Gerät

So halten es bislang viele Kunden - auch deshalb, weil der neue Kartensatz etwa so teuer ist wie ein ganzes Navi. Die Zeiten dafür könnten zu Ende gehen. Denn mit der sogenannten Map-Share-Technologie von TomTom dürfen Benutzer selbst für Veränderungen der Karte sorgen. So können im TomTom Go 720T und in der Neuauflage des TomTom One neue Ampeln, Kreisverkehre und gesperrte Straßen auf dem Gerät markiert und via Internet an den Hersteller übermittelt werden. Die Änderungen aller Nutzer werden dort gesammelt, geprüft und stehen kurze Zeit später als Kartenaktualisierungen zur Verfügung. Die selbst gebastelten Karten sollen für mehr Kundenbindung sorgen.

Einen anderen Weg geht der Hersteller Navigon. Im Top-Modell 7110 soll eine fotorealistische Darstellung von Autobahnkreuzen falsches Abbiegen verhindern. Erste Tests im Raum München zeigten aber, dass Navigon noch viele Daten sammeln muss, damit die Anzeige der Realität wirklich entspricht. Bislang erweisen sich Fahrspurassistenten mit ihren Tipps für rechtzeitige Spurwechsel beim Abbiegen auf mehrspurigen Straßen als hilfreicher.

Optische Spielereien



Eher fürs Auge sind andere 3D-Spielereien. So setzt Software-Hersteller Destinator auf 3D-Modelle von markanten Gebäuden, etwa Kirchen oder Sehenswürdigkeiten. Mit einer Reiseführer-Funktion werten auch Falk Marco Polo und Merian ihre Navis auf. Hier lässt sich zum Beispiel nachschlagen, wo man abends am besten diniert. Beim Zwischenhalt kann der Autofahrer mit Fotos, Speisekartenauszügen und Testesser-Bewertungen nach einem Restaurant suchen. Anschließend kann der Nutzer mit der eingebauten Bluetooth-Freisprechanlage dort anrufen und einen Tisch reservieren.

Eine Freisprechanlage fürs Handy bieten mittlerweile alle Top-Modelle der Navis. Das dient der Verkehrssicherheit ebenso wie eine Sprachsteuerung für den elektronischen Wegweiser. Derzeit gibt es mit dem Magellan 4050 und Falk N240L aber nur zwei Geräte, die komplett auf des Fahrers Stimme hören. Beim TomTom Go 720T beschränkt sich der Hersteller auf die Spracheingabe der Adresse. Hier hört man aber von allen Herstellern, dass sich etwas tut.

Handy-Bewegungen für Staumeldungen nutzen

Die Konkurrenz um die 12-Volt-Steckdose im Auto hat weitere Funktionen ins Navi geholt - etwa den Musikspieler, der Songs per eingebautem Mini-Sender ("FM-Transmitter") zum Radio funkt. Die Musik kann getrost den Verkehrsfunk übertönen. Denn in viele Navis sind Stauwarner eingebaut, die Verkehrsmeldungen aus den Radiowellen herausfischen ("TMC").

Doch auch das aktuelle System TMC pro ist noch nicht am Ende der Entwicklung: Es fragt derzeit bundesweit 9 500 Stausensoren an Straßen und Brücken sowie zahllose mobile Staumelder ab. Manko: Vor zeitfressenden Staus in Innenstädten warnt bislang kein System. Ein Hersteller probt derzeit im Modellversuch, die Bewegungsdaten von Handys zu nutzen. Die Idee: Wie schnell sich ein Handy bewegt, lässt sich problemlos durch Daten von Mobilfunk-Sendemasten ermitteln. Und wenn viele Handys sich nur wenig bewegen, dann staut es sich höchstwahrscheinlich. Das System könnte somit auch anzeigen, ob gerade mal wieder ein Zweite-Reihe-Parker die Durchgangsstraße verstopft.

Die stürmische Entwicklung der Wegfinder wäre übrigens kaum möglich gewesen, wenn US-Präsident Bill Clinton nicht im Jahr 2000 das GPS-Satellitenfunk-Signal auf eine für den Straßenverkehr taugliche Genauigkeit umgestellt hätte. Seitdem ist eine metergenaue Positionsfindung im Großstadtdschungel möglich. Vorher zeigte ein GPS-Gerät die Position auf rund 100 bis 300 Meter an - zu viel für eine Kursbestimmung im dichten Straßengewirr.
Quelle: areamobile
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Stichworte
navigationsgeraete, wegansager, universalhelfer


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