Ratgeber: Günstig telefonieren und surfen im Weihnachtsurlaub
Zitat:
Vorsicht bei Skiurlaub in der Schweiz: EU-Roaming-Tarife greifen nich
Inhaltsverzeichnis:
1. Europa heißt nicht immer EU-Tarif
2. SMS- und MMS-Grüße aus dem Ausland
Elf Tage frei mit einem Einsatz von nur zwei bzw. drei Urlaubstagen - diesen Luxus haben in diesem Jahr Arbeitnehmer, die die beiden Tage "zwischen den Jahren" Urlaub bekommen haben und auch an den Feiertagen nicht arbeiten müssen. Ein derart langer Zeitraum bietet sich für viele an, um einen Abstecher zum Skiurlaub in die Alpen zu machen oder in andere Länder zu einem Kurzurlaub aufzubrechen. Fast immer wird ein Begleiter mit dabei sein: das Handy. Doch auch in Zeiten von EU-regulierten Roaming-Preisen gibt es bei der Nutzung des Mobiltelefons im Ausland einiges zu beachten und lässt sich viel Geld sparen.
28 Cent pro Minute für eingehende, 58 Cent pro Minute für ausgehende Gespräche lautet die Faustregel für deutsche Handynutzer im EU-Ausland. Diese Tarife sind von der EU vorgegeben und dürfen nicht über-, sehr wohl aber unterboten werden. Das gilt für alle Tarifangebote - außer der Kunde hat mit dem Anbieter bezüglich seiner Roaming-Tarife explizit etwas anderes vereinbart. Wichtig zu wissen: Vorgeschrieben sind die EU-Tarife nur innerhalb der EU. Wer also in die Schweiz statt nach Österreich fährt, der sieht sich schnell mit den normalen Roaming-Tarifen konfrontiert, die oft weitaus höher liegen. Das gilt auch für Reisen nach Norwegen. Kundenfreundlich zeigt sich hier o2: Der Münchener Mobilfunkanbieter rechnet bei Vertragskunden auch Anrufe aus diesen beiden Länder zu den EU-Tarifen ab. Für Prepaid-Nutzer in der Schweiz gilt das allerdings nicht. Sie zahlen mit 0,99 bzw. 1,29 Euro pro Minute deutlich mehr.
Deutsche Spezialanbieter machen Telefonie im Ausland günstig
Für Kunden anderer Mobilfunkanbieter, die in Nicht-EU-Länder fahren, sowie für Kunden, die viel im Ausland telefonieren wollen, lohnt sich unter Umständen die Anschaffung einer Reise-Discounter-SIM. Sunsim etwa berechnet für ankommende Gespräche in der Schweiz, Österreich und Norwegen 9 Cent pro Minute. Viele weitere Reise-Discounter haben wir auf einer Infoseite zusammengestellt. Eine Alternative zu den Reise-Discountern im vistream-Netz wäre das Air-Berlin-Angebot. Hier kosten Telefonate aus dem EU-Ausland nach Deutschland 45 Cent pro Minute, ankommende 25 Cent pro Minute.
MMS im Skiurlaub
Eine weitere Alternative für günstige Telefonate aus Österreich und der Schweiz nach Deutschland sind lokale Prepaid-Karten. Diese lohnen sich sicherlich nicht für ein oder zwei Telefonate während des Urlaubs. Denn so günstig die Minutenpreise auch sein mögen - zunächst muss die Karte gekauft werden. In der Schweiz kosten Gespräche mit Lebara ins deutsche Festnetz 19 Rappen pro Minute, also etwa 11,5 Cent pro Minute. Wer ein deutsches Handy anruft, zahlt umgerechnet 23,5 Cent pro Minute. Erhältlich ist die Karte unter anderem bei der Schweizer Post und der Schweizer Bundesbahn. Sie kostet einmalig 15 Franken (9 Euro), enthalten sind 10 Franken (6 Euro) Startguthaben. Ähnliches gilt für Österreich und den Anbieter eety. Hier kosten Gespräche nach Deutschland 12,4 bzw. 29,5 Cent pro Minute, die Karte einmalig 14,90 Euro mit 5 Euro Gesprächsguthaben. Erworben werden kann sie beispielsweise bei der Österreichischen Post oder dem dortigen Saturn.
Im Skiurlaub ins Internet
Vodafone Wer nicht nur telefonieren, sondern in seinem Winterurlaub auch online gehen will, der hat dafür auch mehrere Möglichkeiten. Die einfachste ist, vorab im Hotel nachzufragen, ob es ein WLAN-Netz gibt, und sich über die Kosten zu informieren. Gib es ein solches WLAN-Netz nicht, sind die Kosten für die Nutzung zu hoch oder möchte man mit dem Handy ins Internet, so sollte man sich vorab überlegen, wie man dieses am besten gestaltet.
Eine europaweit günstige Variante, per Mobilfunk online zu gehen, sind die WebSessions von Vodafone. Benötigt wird eine deutsche Vodafone-Karte - egal ob Prepaid oder Vertrag. In Österreich und der Schweiz kann dieser Dienst für 14,95 Euro insgesamt 24 Stunden lang genutzt werden. Allerdings wird die Verbindung nach einem Transfervolumen von 50 Megabyte gekappt. Wer nur WAP-Seiten auf seinem Handy anschauen will, für den ist zudem das Reiseversprechen von Vodafone interessant. Hier gelten die Kosten, die der Kunde auch in Deutschland zahlen würde, zuzüglich eines Verbindungspreises von 75 Cent. Nutzer der live!-Flatrates können so zum Verbindungspreis von 75 Cent zum Pauschalpreis surfen.
Viel Freude dürften Urlauber in Österreich haben, die viel online gehen wollen. 3 Gigabyte Transfervolumen, die ein Jahr lang gültig sind, können für knapp 50 Euro erstanden werden. Möglich macht dies der Discounter yesss! Jedes weitere Gigabyte kostet 20 Euro im Prepaid-Verfahren. Erhältlich sind die Karten beim Österreichischen Ableger von Aldi: Hofer.
SMS- und MMS-Grüße aus dem Ausland
Gerade zu Weihnachten werden sie gerne verschickt: MMS. Das sind kurze Videos oder Bilder, beispielsweise von der Familie rund um den Weihnachtsbaum, die dann an die nicht anwesenden Familienmitglieder verschickt werden. Für die Empfänger, die sich dann aber im Ausland aufhalten, kann dieses zur Kostenfalle werden. Denn bei E-Plus und o2 werden ankommende MMS im Ausland zu den normalen Roaming-Datenpreisen abgerechnet. Das können je nach Land, Größe der MMS und verwendetem Netz 1 Euro und mehr pro Nachricht sein. Bei T-Mobile kosten ankommende MMS im Ausland pauschal 39 Cent. Umsonst ist der Empfang bei Vodafone in den ausländischen Vodafone-Netzen, die es in vielen europäischen Ländern gibt. Ist kein Vodafone-Partnernetz in dem Land verfügbar oder das Handy hat sich in ein anderes Netz eingebucht, so wird es für den Empfänger mit 79 Cent wieder teurer. Wer Kosten vermeiden möchte, sollte in seinem Handy einstellen, dass Multimedianachrichten nur im Heimatnetz empfangen werden. o2-Kunden sollten dieses in Deutschland aber wieder deaktivieren, da sonst auch keine MMS im T-Mobile-Roaming empfangen werden können.
Telefonieren unterm Weihnachtsbaum
Der Versand einer MMS aus dem Ausland ist oft teurer als ein Gespräch nach Deutschland. Bei T-Mobile etwa kostet eine bis zu 30 kB große Nachricht 89 Cent, wenn sie aus bestimmten europäischen Ländern versendet wird. Ist die MMS größer, sind es 1,49 Euro. Verschickt der Kunde dann noch eine MMS-Postkarte, so werden am Ende für einen simplen Urlaubsgruß mindestens 2,88 Euro fällig. Vodafone berechnet für eine Postkarte per MMS 1,59 Euro - egal ob sie aus Deutschland oder dem Ausland versendet wird. MMS aus dem Ausland kosten bei Vodafone je nach verwendetem Netz zwischen 99 Cent und 1,29 Euro. Kunden der zahlreichen Prepaid-Discounter im E-Plus-Netz können übrigens keine MMS im Ausland nutzen, weil der benötigte Datendienst GPRS nicht freigeschaltet ist.
SMS kann Kosten sparen
Gerade, wer ins Nicht-EU-Ausland fährt und keinen Reise-Discounter nutzt, kann durch die Nutzung von SMS Geld sparen. Der Empfang einer SMS im Ausland ist kostenlos. Für den Versand einer SMS müssen Vertragskunden in der Regel knapp 40 Cent pro 160 Zeichen einkalkulieren, Prepaid-Kunden in der Regel etwa 10 Cent mehr. Im EU-Gebiet lohnt es sich zumeist nicht mehr, eine SMS zu verschicken statt zu telefonieren. In einer Minute für 58 Cent lassen sich mehr Informationen unterbringen als in 160 Zeichen für 40 bis 50 Cent. Als Alternative zu den Preisen wäre auch wieder die Air-Berlin-Karte zu nennen: Hier kosten SMS aus EU-Ländern 20 Cent.
Fazit: EU-Regulierung hat telefonieren einfacher gemacht
Klar ist: Mit der Einführung der von der EU verordneten Maximaltarife ist Telefonieren im Ausland deutlich günstiger geworden. Allerdings sollte sich der Kunde darüber bewusst sein, dass die Tarife nur innerhalb der EU gelten - außer der eigene Anbieter rechnet auch andere Länder zu diesen Preisen ab. Je nach Nutzungsverhalten kann sich, unabhängig ob EU-Ausland oder nicht, die Anschaffung einer deutschen Reise-Discounter-SIM bzw. einer lokalen Prepaid-Karte lohnen.
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