21.08.2008, 19:14
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Schnäppchen oder Mogelpackung? Der Tarifdschungel verwirrt die Verbraucher
Zitat:
Fast täglich werden deutsche Verbraucher mit verlockenden Tarifangeboten für Handy, Festnetz und Internet konfrontiert. Die Anbieter werben mit immer günstigeren Preisen und vermeintlich kostenlosen Zusatzleistungen und Geschenken. Doch diese Praxis sorgt vor allem für Verwirrung: Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger haben den Überblick im Tarifdschungel deutscher Telekommunikationsanbieter verloren. In der Generation 60+ fällt es sogar rund 70 Prozent der Befragten schwer, sich im Tariflabyrinth zurecht zu finden. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).
"Die Vielzahl der Tarife und Sonderaktionen sorgt nicht zwangsläufig für mehr Wechselbereitschaft beim Kunden. Viele Kunden bleiben lieber ihrem Anbieter treu, als sich mit dem Tarifwirrwarr auseinanderzusetzen", so die Einschätzung von Dr. Arno Wilfert, Telekommunikationsexperte bei PwC.
Die repräsentative Umfrage unter 1003 Telekommunikationskunden zeigt, dass sich fast vier von fünf Befragten kaum oder überhaupt nicht für neue Tarife interessieren. Knapp 60 Prozent waren in den letzten drei Jahren immun gegen neue Angebote. Sie haben weder ihren Festnetz- noch ihren Handy- oder Internet-Anbieter gewechselt. Trotz des teils rasanten Preisverfalls im Telekommunikationsmarkt glaubt die Mehrheit der Befragten nicht an weitere Einsparpotenziale durch einen Anbieterwechsel. Immerhin 57 Prozent sind davon überzeugt, bereits den günstigsten Festnetztarif zu nutzen. Beim Mobilfunk sind 59 Prozent dieser Ansicht, beim Internet sogar 62 Prozent.
Die geringe Wechselbereitschaft dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass sich viele Befragte für den Abschluss eines Tarifpakets für Festnetz, Internet und häufig auch Mobilfunk entschieden haben und einzelne Vertragskomponenten daher nicht oder nur schwer kündigen können. Mittlerweile nutzen 54 Prozent ein derartiges Komplettangebot, 37 Prozent haben Einzelverträge und nur sechs Prozent setzen auf eine Kombination aus beidem. Schließlich dürfte viele Befragte auch eine gewisse Frustration über das Ergebnis bisheriger Vertragsänderungen von einem weiteren Anbieterwechsel abhalten. Denn in der Vergangenheit stellte jeder Dritte nach dem Vertragswechsel fest, dass das vermeintliche Schnäppchen im Vergleich zu Konkurrenzangeboten zu teuer war.
Für mobiles Internet und im Ausland wird das Handy kaum gebraucht. Rund 90 Prozent der befragten Haushalte gaben an, mit dem privaten Handy nicht im Internet zu surfen. Der am häufigsten genannte Grund hierfür lautet: "Ich brauche das nicht". 22 Prozent lassen aus Angst vor zu hohen Kosten die Finger davon, 13 Prozent haben noch nie vom mobilen Internet gehört und wissen nicht wie es funktioniert. Im Ausland, beispielsweise während des Urlaubs, bleibt das Handy bei 45 Prozent der Befragten ausgeschaltet. Auch hier ist es vorrangig die Sorge über teure Gebühren. Vier von zehn Nicht-Telefonierern sehen ihren Auslandsaufenthalt als Handy-freie Zeit und nutzen es unabhängig von den möglichen Kosten grundsätzlich nicht.
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Quelle: areamobile.de
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