09.08.2008, 11:14
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1,4 SIM-Karten pro Handynutzer
Zitat:
Laut einem Bericht der Nielsen Company besitzen Handynutzer in Europa im Durchschnitt 1,4 SIM-Karten, die sie auch regelmäßig benutzen. Angeführt wird der europäische Markt von Italien, wo 46 Prozent aller Handynutzer mehr als eine aktive SIM-Karte besitzen.
An zweiter und dritter Stelle liegen Spanien und Deutschland, wo 31 Prozent beziehungsweise 28 Prozent der Handynutzer mehrere SIM-Karten haben. Am unteren Ende befinden sich Frankreich (22 Prozent) und Großbritannien (19 Prozent). Nutzer, die mehrere SIM-Karten haben, benutzen dabei meistens auch mehrere Handys.
Diese Ergebnisse gehen auf die vierteljährliche Customer Insights-Umfrage von Nielsen Mobile zurück, einem Service von The Nielsen Company, bei der 42 000 europäische Kunden befragt werden. Die Umfrage untersucht Handykauf und -nutzung sowie Kundenbindung in Europa. Sie kommt zu dem Schluss, dass Mobilfunkbetreiber auf dem gesättigten Handymarkt Schwierigkeiten haben werden, den Markt auszuweiten und die Umsätze zu steigern.
Die zusätzlichen Umsätze, die auf Kunden mit mehreren SIM-Karten zurückgehen, seien bedeutend, heißt es in der Studie. "Je mehr Karten ein Nutzer hat, desto mehr Geld gibt er aus. Dieser Trend gilt für jedes Land." Beispiel: Ein französischer Verbraucher, der drei SIM-Karten besitzt, gibt 28 Prozent mehr aus als ein Verbraucher mit nur einer SIM-Karte. In anderen Ländern sind diese Zahlen sogar noch höher: plus 51 Prozent in Italien, plus 52 Prozent in Großbritannien, plus 79 Prozent in Spanien und plus 89 Prozent in Deutschland.
Typische Zielgruppen für zusätzliche SIM-Karten
Die typischen Zielgruppen für zusätzliche SIM-Karten sind Nutzer mit hohen Ausgaben sowie große Datennutzer. Laut der Umfrage sind die Hauptgründe für die Nutzung mehrerer SIM-Karten (und mehrerer Handys) der Wunsch, private und geschäftliche Anrufe voneinander zu trennen, die Benutzung verschiedener Telefonnummern für Anrufe von verschiedenen Personen sowie die Beibehaltung einer alten SIM-Karte nach dem Kauf eines neuen Telefons.
Zu den weiteren Gründen zählen das Reisen im Ausland, billigere Auslandsgespräche, Gratis-SIM-Karten beziehungsweise Gratisminuten sowie die Inanspruchnahme von günstigen Tarifen und Werbeangeboten. Verbraucher seien weiterhin vorsichtig beim Ausgeben ihres frei verfügbaren Einkommens. Um Marktanteile zu sichern, haben Mobilfunkanbieter deshalb gleichzeitig die Verfügbarkeit von SIM-Karten und sogar Gratis-SIM-Karten erhöht. Viele dieser zusätzlichen SIM-Karten würden nicht benutzt oder nur für einen beschränkten Zeitraum aktiviert.
Kommt jetzt die "auflagenlose" SIM-Karte?
Fazit: Die neue Norm könnte bald der "auflagenlose" SIM-Karten-Vertrag sein, der dem Nutzer die vertraglichen Vorteile von Monat zu Monat bietet, den er aber jederzeit nach 30 Tagen kündigen kann. Denn laut Nielsen Mobile deuteten die Umfrageergebnisse möglicherweise darauf hin, dass Betreiber größere Anstrengungen unternehmen müssen, teurere Services und modernere Telefone an ihre Kunden zu verkaufen.
"Wenn es ihnen gelingt, die Nutzer davon zu überzeugen, mehrere SIM-Karten zu kaufen, was normalerweise mit dem Besitz mehrerer Geräte einhergeht, könnten sich ihre zukünftigen Erträge durch die zusätzliche Nutzung von Sprach-, SMS- und Datendiensten deutlich verbessern."
Joachim Scheible
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Quelle: connect.de
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