30.04.2007, 20:48
|
#1 (Permalink)
|
|
Premiummitglied
Avatare sind nur für MFF-Mitglieder sichtbar!
Registriert seit: 07.01.2007
Ort: Region Hannover
Beiträge: 2.820
Downloads: 20
Uploads: 413
Abgegebene Danke: 23
Erhielt 65 Danke für 49 Beiträge
|
„Irgendwie wird man vom Handy abhängig“
Zitat:
Jugendarbeit: Bei der Pfungstädter Suchtpräventionswoche stehen Mobiltelefone im Mittelpunkt – Jugendliche berichten
PFUNGSTADT. „Medien – die (un)heimlichen Erzieher?“ lautete das zentrale Thema der vierten Pfungstädter Suchtpräventionswoche, die mit zahlreichen Veranstaltungen die verschiedenen Aspekte des Themas beleuchtet hat. Die Pfungstädter Kinder- und Jugendförderung hatte sich für ihre Veranstaltungen vor allem des Themas „Handygebrauch bei Kindern und Jugendlichen“ angenommen.
„Wir wollen mit unseren Angebote vor allem mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen, dabei über die Chancen und Risiken des Handygebrauchs mit ihnen reden“, sagt Jugendpfleger Frank Schrödel. In diesen Gesprächen will er erfahren, wofür die jungen Leute das Handy benutzen, was es für sie bedeutet, ob es gar ein Statussymbol für sie ist.
Schrödel suchte daher mit seiner Videokamera die verschiedenen Kinder- und Jugendtreffs in Pfungstadt und Eschollbrücken auf, um mit den Kindern und Jugendlichen in kleinen Interviews deren Meinung festzuhalten. So kam er auch in den nachmittäglichen Kindertreff, in dem Kinder zwischen sieben und zehn Jahre sich über die Kommunikation früher und heute mit Jugendpfleger Matthias Hirt Gedanken gemacht und mit einfachen Mitteln Telefone aus Blechdosen oder Plastikbechern gebaut haben.
Seat und Vadim, beide zehn Jahre alt, haben gerade gemütlich auf dem Ledersofa Platz genommen, um mit Schrödel das Interview zu drehen. An der Wand dahinter hängt der Titel des entstehenden Films „Let’s talk about Handys“. Beide erzählen freimütig, dass sie Besitzer eines Handy sind. Seat nutzt sein Gerät, um mit Freunden zu reden, Vadim sieht im Handy vor allem ein Hilfsmittel in Notlagen. Natürlich werden auch SMS verschickt und auch die im Handy enthaltenen Spiele gespielt. Das Handy biete außerdem den Vorteil, dass sie bei Verspätungen die Eltern kontaktieren können. Nachteile sehen die beiden keine, die monatlichen Belastungen durch das Gerät seien gering.
„Ohne Handy geht nichts mehr“, stellen die Eschollbrücker Jugendlichen fest, die Schrödel nach seinem Besuch beim Pfungstädter Kindertreff im Jugendraum aufsucht. „Man ist so immer erreichbar“, nennt Fabio (15) einen der Vorteile. Für die Kosten kommen in diesem Alter offenbar alle selbst auf, sind nicht auf die Eltern angewiesen, wie sie betonen. Ein Statussymbol sei das Handy keineswegs, meinen sie, auch wenn Thomas nicht ohne Stolz erzählt, dass er sich gerade vor kurzem schon das zweite Gerät in einem halben Jahr zugelegt habe. Auch Gewalt oder Pornos per Handy sei für sie und ihre Freunde eigentlich kein Thema, erzählen die jungen Männer rund um Fabio und Thomas.
Nur ein Handy hat dagegen Alina (15) und das auch schon seit mehr als zwei Jahren. Seit sie zwölf war, habe sie ein Vertragshandy, das ihr die Eltern zahlen. Sie telefoniert damit, verschickt SMS, macht Fotos. Spiele seien für sie eher kein Thema, das kleine Telefon diene dem Kontakt zu Eltern und Freundinnen. „Irgendwie wird man von dem Ding doch abhängig, es fehlt mir, wenn ich es einmal nicht bei mir habe“, gesteht sie ein.
Für die Jugendlichen hat Frank Schrödel noch eine kleine Faltbroschüre für den richtigen Umgang mit dem Handy parat: „Viele sind sich nicht darüber im Klaren, dass sie sich strafbar machen, wenn sie mit dem Handy Fotos von anderen ins Internet stellen, Gewalt- oder Pornovideos weitergeben.“
|
Quelle: [Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar.]
|
|
|